Diese Tour ist eine anspruchsvolle Bergwanderung – eine echte Königsetappe in das Herz der Dolomiten. Gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich. Auf der einen Seite die markante Hochfläche des Schlerns, auf der anderen die schroffen Zinnen des Rosengartens. Der landschaftliche Reiz dieser Tour besteht in diesem Kontrast.
Die Etappen im Überblick:
Hofer Alpl ➔ Schlernhaus: Vom Hofer Alpl (1.364 m) geht es stetig bergauf. Auf dieser Etappe legst Du am meisten Höhenmeter zurück. Du querst die Bergflanken und steigst über den "Prügelweg" oder alternative Steige hinauf zur weiten Hochfläche des Schlerns. Das Schlernhaus (2.457 m), auch "Schloss in den Bergen" genannt, bietet ein phänomenales Panorama.
Schlernhaus ➔ Tierser Alpl: Ein landschaftlicher Leckerbissen! Du wanderst über den weiten Rücken des Schlerns, immer die Rosengarten-Gruppe im Blick. Der Weg führt Dich sanft abfallend und dann wieder ansteigend zur markanten, rot bedachten Tierser Alpl Hütte (2.440 m).
Tierser Alpl ➔ Grasleitenhütte: Hinter dem Tierser Alpl tauchst Du tief in den Naturpark Schlern-Rosengarten ein. Über das Molignon-Pass-Gelände (trittsicher sein!) oder den direkteren Abstieg durch das sandige Kar gelangst Du zur urigen Grasleitenhütte (2.134 m), die eingekesselt zwischen den gewaltigen Felswänden des Grasleitentals liegt.
Wusstest Du, dass der Rosengarten seinen Namen einer berühmten Dolomitensage verdankt? Hier eine Kurzversion davon:
Der Zwergenkönig Laurin besaß in den Felsen ein prächtiges Reich mit einem Garten voller wunderschöner, duftender Rosen, die das ganze Jahr über blühten. Als er sich in die Königstochter Similde verliebte und sie entführte, verfolgten ihn Ritter. Laurin versuchte sich in seinem Rosengarten zu verstecken, doch die Ritter konnten ihn entdecken, weil die Rosen sich im Wind bewegten.
Zornig über seinen Verrat belegte Laurin den Garten mit einem Fluch: Weder bei Tag noch bei Nacht sollte das menschliche Auge die Pracht der Rosen jemals wiedersehen.
Laurin vergaß in seinem Zorn jedoch die Dämmerung. Deshalb leuchten die Felsen des Rosengartens auch heute noch beim Sonnenuntergang in den prächtigsten Rot- und Rosatönen – ein Phänomen, das wir heute als Dolomitenglühen (oder ladinisch „Enrosadira“) kennen.